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Willkommen zurück Tim! Wie lange warst du nun genau auf Hawaii und was wirst du vermissen?

Auf Hawaii war ich genau 19 Tage. Ich bin am 30. September abends um 21 Uhr in Kona gelandet und dort am 19. abends auch wieder zurückgeflogen. Nach dem  Wettkampf war ich noch vom 14.-19. Oktober auf Maui zum Abschalten – eine sehr schöne Insel! Am Meisten vermisse ich das warme Wetter, die Strände und den warmen Ozean. Hier in Deutschland sind es aktuell ja schon 20-25 Grad kälter. Das ist schon ein starker Unterschied, zumal dann ja noch die hohe Luftfeuchtigkeit auf Hawaii hinzukommt. 

Wie qualifiziert man sich für den Ironman auf Hawaii? Und was braucht man dafür?

Jedes IRONMAN Rennen hat eine bestimme Anzahl an Qualifikationsslots. Die Anzahl ist schon bei der Ausschreibung bekannt. Anhand der Größe der Altersklassen werden dann die Slots verteilt. Jede Altersklasse erhält aber mindestens einen Platz. Man braucht also einen Plan, wenn man sich für Hawaii qualifizieren will, denn man sollte ja schon seine Stärken ausspielen können. Die Europameisterschaften in Frankfurt haben z.B. 100 Qualiplätze. Dort ist die Konkurrenz aber auch wesentlich höher und die Radstrecke ist mit nur knapp 1200 Höhenmetern ziemlich flach. Als ein relativ kleiner und leichter Athlet, kommen mir eher Berge entgegen, sodass ich mich letztes Jahr für das Rennen auf Mallorca entschied, wo der Radkurs bergiger ist. Dort gab es 40 Slots. Für nächstes Jahr hat das Rennen aber z.B. nur noch 30 Plätze, weil ein neues Rennen in Italien stattfinden soll und sie daher in Europa irgendwo die Qualiplätze für das italienische Rennen kürzen mussten. Dann hätte ich mich wahrscheinlich mit meinem zweiten Platz nicht mehr qualifiziert, weil meine Altersklasse dann wohl nur noch einen Platz haben wird.

Gibt es einen bestimmten Plan, wie man sich auf diesen Wettbewerb am besten vorbereitet?

Eigentlich ist das Training ganz einfach. Beim Laufen und auf dem Rad braucht man eine lange Einheit, Intervalle und eine Tempoeinheit pro Woche. Dazu kommen natürlich noch andere lockere Einheiten. Beim Schwimmen kann man auch gut mit den Kurzdistanzlern die Technik und ihr normales Training absolvieren, wenn man ab und zu eine längere Einheit einbaut. Im Sommer folgen dann im Freiwasser längere Einheiten. Ich laufe in der Regel im Frühjahr einen Trainingsmarathon, weil ich im Winter immer mehr laufe als auf dem Spinningrad zu sitzen. Mit dem Trainingsmarathon beende ich den Laufblock und widme mich vermehrt dem Radtraining. Innerhalb der Saison folgen dann noch eine oder mehrere halbe IRONMAN Distanzen. Bei kürzeren Triathlonwettkämpfen, die in der Umgebung stattfinden, reise ich gerne mit dem Rad an. Dann habe ich zwei Radeinheiten und einen kurzen Trainingswettkampf als Tempoeinheit an dem Tag. Das bringt Spaß! Grundsätzlich gilt aber, dass jeder Trainingsplan unterschiedlich ist und jeder Athlet ja auch ein anderes Ziel hat. Will man nur finishen, reichen sicherlich zehn Wochenstunden im Schnitt. Ich kenne aber auch viele (mich eingeschlossen), die deutlich mehr trainieren und in ihren Spitzenwochen 25 und mehr Trainingsstunden pro Woche haben.

Mit welchem persönlichen Ziel bist du nach Hawaii geflogen?

Ursprünglich wollte ich unter 9:45 Stunden und damit in die Top 30 meiner Altersklasse kommen. Trotzdem stand das Finish immer im Vordergrund. Mein Trainer meinte bei der letzten Einheit in Deutschland: "gute Zeit oder gute Story?" Meine Zeit mit 11:13 Stunden war nun nicht entsprechend meiner Ansprüche, doch dafür ist die Geschichte umso besser.

Beim Ironman Hawaii begegnet man bestimmt vielen interessanten Menschen. Was oder mit wem war deine spannendste Begegnung auf der Insel?

Ich habe im Training Andreas Raelert auf dem Rad überholt. Er rollte wohl aber schon aus und trank Cola, sonst hätte ich niemals fast 500m auf ihn zufahren können. Auf der Marathonmesse habe ich mir dann noch ein Autogramm von Timothy O’Donnell geholt. Damit habe ich den Zweiten und Dritten getroffen. Coole Sache! Ich glaube aber die spannendste Begegnung war mit meinem eigenen Schweinehund beim Marathon. Die hat zwar ein bisschen länger gedauert als erwartet, war aber durchaus tiefgründig. 

An welchem Punkt bist du bei dem Ironman auf Hawaii an deine Grenzen gekommen?

Beim Laufen leider schon nach wenigen Kilometern. Ich musste zwar auf dem Rad schon 3x anhalten, weil mein Schnellspanner vom Hinterrad irgendwie auf einmal defekt war und die Felge nicht mehr festhalten konnte, sodass mein Hinterrad ständig am Rahmen schliff. Nach 65 Kilometern kam glücklicherweise ein Materialwagen, der mir bei der Reparatur half. Beim Laufen hingegen war mir so warm, dass ich zwar jede Verpflegungsstation (jede Meile – also alle 1,6 km) trank und mich mit Eis und Schwämmen kühlte, aber das reichte irgendwie nicht. Ich war durstig und konnte einfach nicht mehr trinken, weil mein Magen voll war, sodass ich langsam immer mehr einging und meine Leistung entsprechend einbrach und ich immer wieder gehen musste. Schade. Mit den Raddefekten hätte ich um eine sub 10 Stunden gekämpft. So wurde die Zeit eben länger. So richtig an meine Grenzen bin ich wohl beim Rad auschecken abends um 20 Uhr gekommen. Ich hatte zwar schon beim Laufen immer wieder Krämpfe in den Waden und Füßen und ich merkte, dass ich nicht mehr so ganz Herr meiner Sinne war, aber in der Wechselzone beim Auschecken, wurde mir schwindelig, sodass ich erbrechen musste und noch einen längeren Aufenthalt im Sanitätsbereich hatte. Ich bin quasi bis ans Limit gegangen, um überhaupt ins Ziel zu kommen und dann ist mein Körper runtergefahren.

In deinem Blog hast du geschrieben, wie sehr du dich an deinem vorvorletzten Tag über die Pasta-Party gefreut hast! Wie war dein Ernährungsplan denn sonst während dieser harten Zeit? 

In der Vorwettkampfwoche mache ich immer die Saltin-Diät. Die Pasta-Party ist dann quasi der Höhepunkt beim Auffüllen der Kohlenhydrate. Das ist immer sehr lecker. Im Wettkampf selber ernähre ich mich quasi nur flüssig von Gelen. Bis zum Laufen gibt es nur Apfel und Orange. 30 Minuten vor dem Start nehme ich das erste Gel, in der ersten Wechselzone folgt dann das zweite Gel und auf dem Rad dann alle 30 Minuten eins. Das letzte Gel auf dem Rad ist dann Zitrone mit Koffein. In der zweiten Wechselzone folgt dann Cola und beim Laufen gibt es alle sieben Kilometer Zitrone mit Koffein und Cola im Wechsel. So komme ich am Wettkampftag auf 19 Gele. Zwischendurch gibt es nach 100 Radkilometern einen Riegel. Den nehme ich aber eigentlich eher als Ansporn, sodass ich mal wieder etwas zum Kauen habe. Auf dem Rad starte ich zudem noch mit relativ viel Gewicht, weil ich mit drei 750ml Dextro Energy Trinkflaschen und einer gefüllten Aerotrinkflasche losfahre. In der Aeroflasche und zwei Trinkflaschen ist der Isotonic Sports Drink in Orange. In der dritten Flasche ist der Carbo Mineral Drink im Fruchtmix Geschmack. Die Flasche ist anders, damit ich auch hier mal wieder einen anderen Geschmack habe. Die Flaschen reichen dann bis ca. 120 km. Danach gab es das Iso von dem Wettkampfausrüster, sodass der Koffeinschub erst pünktlich zum Laufen einsetzt. Speziell für Hawaii hatte ich zum ersten Mal auch noch einen Trinkgürtel dabei. Der war gefüllt mit vier Trinkflaschen von 250ml Iso Drink Orange. Den habe ich nach 17 km meinen Supportern gegeben. Normal bräuchte ich den nicht, aber ich wollte nicht nur Cola und Wasser beim Laufen trinken und setze ansonsten immer auf mein Dextro – das vertrag ich und mag ich.

Was würdest du sagen, hat dich am meisten als Sportler in der Zeit auf Hawaii geprägt?

Drei Sachen fallen mir dazu jetzt spontan ein: 
1. Es gibt so viele Triathleten auf der Welt und in Kona beim Ironman schwirren so viele von denen durch die Stadt. Auch wenn man sie nicht kennt, fühlt man sich irgendwie verbunden, wenn man ständig grüßt und gegrüßt wird.
2. Nach mehreren Langdistanzen hat der IRONMAN irgendwie seinen Mythos für mich verloren. Durch Kona ist der Mythos IRONMAN aber wieder da. Ich wurde auf Maui und in Kona von so vielen Leuten auf meine T-Shirts angesprochen, dass ich mal wieder realisiert habe, dass ein IRONMAN doch irgendwie etwas total Verrücktes ist.
3. Der Kampf gegen mich selbst im Wettkampf. Wenn es mal nicht so rund läuft, ist es umso schwerer den Wettkampf ins Ziel zu bringen. Das wird dann nicht nur körperlich, sondern auch mental hart. Doch genau diese Wettkämpfe bringen einen Sportler voran. Nach solchen Rennen kommen wir stärker als zuvor zurück.

Wir bedanken uns bei Tim für das interessante und spannende Interview und wünschen ihm auch zukünftig viel Erfolg und Energy!

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